niederschrift. spiegelbild. spuren im sand. chronik. fenster öffnen.
Materieller Tapetenwechsel

Wenn der Tag bereits mit einer Laune beginnt, dass man sich wünscht die Rosinen in den Haferflocken wären abgelaufene Zyankalikapseln, kann das schon mal nichts Feinfühliges werden. Auch die Mimik im ersten morgendlichen Spiegelbild-begutachten, weckte entfernte Ähnlichkeiten mit einem danebengegangen Streuselkuchen. Gepriesen sei der Kaffee, ohne ihn gebe es kein gescheites Erwachen. Aber auch dieser bringt schon lange nicht mehr den gewünschten Effekt und dient eher als Routine beim morgendlichen Ritual. Auf Kochen hatte ich keine Lust, von daher fürstlich Ente süß/sauer beim Chinesen gespeist.

Meine Laune ist irgendwie im Keller und ich weiß nicht warum. Beruflich läuft es gut, mein Kontostand ist höher als jemals zuvor, kann mich auf meinen Urlaub im April freuen… hm.

Jetzt sitze ich mal wieder hier und versuche irgendwo die Tschernobyl-ähnlichen Zustände in meinem Kopf zu sortieren. Der Kontrabass ist an die Wand gelehnt und haucht mir immer wieder ein leises „spiel mit mir“ zu. Würde ich ja gern, Großer… leider keine Energie. Gedulde dich also noch ein kleinwenig, ich hab dich sicher nicht vergessen…

Meine Gedanken holen mich anderweitig ein. Wofür das ganze eigentlich noch? Ich verlor doch eh jeden Aspekt, der mir mal etwas bedeutet hatte. Was ist die letzten 1½ Jahre passiert? So ziemlich alles hat sich geändert, vieles zum Guten, nur bin ich scheinbar der einzige, der von all dem etwas mitbekam. Sicher, in erster Linie tat ich all dies für mich, aber es stimmt mich irgendwo traurig und lässt somit einiges teils verblassen. Ich habe das Gefühl, dass sich alles in einem Dämmerzustand abspielt und ich warte auf jene  Person, welche freundlicherweise den Lichtschalter betätigt.

Dafür habe ich erstmal frohen Mutes meinen Kontostand mit diversen Bestellungen verärgert. Ich liebe es immer wieder: Bei 10 Bestellungen aus, 5 verschiedenen Quellen / Ländern freut es einen natürlich immerzu, wenn die Versandkosten teilweise mit dem Warenwert konkurrieren. Zudem weiß man ja auch nie wann, oder ob, etwas den Postkasten beehrt. Sei es drum, haben – haben – haben wollen! : )

Ich brauche einfach mal einen rein materiellen Tapetenwechsel. Ich brauchte nie wirklich viel. Liegt vielleicht auch daran, dass ich aus sehr einfachen Verhältnissen stamme und somit oft mit dem zufrieden bin, was ich habe. ( Dieser Umstand schließt ja nicht aus, dass ich sonst keine wünsche habe. Da gibt es „so einiges“… )

Nun habe ich aber wirklich mal zugeschlagen und starte auch die nächsten Tage eine größere Einkaufstour. Vieles habe ich bereits aussortiert, weggeschmissen, verkaufsfertig gemacht, den berühmt berüchtigten Blauen Mühlsack für die Altkleidersammlung bereitgestellt,… Auch sonst wirkt meine Umgebung nun um einiges leerer. Wie heißt es doch so schön: “Raum für neues“.

Ich habe irgendwo das Gefühl, dass dies mir ganz gut tun wird. Auch wenn mich das ganze Unterfangen mal locker Tausend Euronen kostet, dass ist mir irgendwo herzlich egal. Ich wollte dies doch schon länger, aber ich habe einfach nicht meinen hintern dafür hochbekommen. Wie lange soll ich denn noch damit warten? Ich mache es einfach mal und warte selbst das Ergebnis ab. Wenn ich mich auch nur ein kleines stück wohler fühlen sollte, war es jede Seite der Münze wert.

27.1.09 16:27
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


mission.entlieben / Website (28.1.09 17:24)
deine Vergleiche sind beeindruckend!
Hoffentlich hilft es ein bisschen.!

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