niederschrift. spiegelbild. spuren im sand. chronik. fenster öffnen.
Ein kleiner Rückblick...

Das Jahr 2008 ist nun seit 3 Tagen vorbei und es ist irgendwo eine zwiespältige Angelegenheit gewesen. Ein Jahr persönlicher Enttäuschungen wie recht amtlichen Erfolgen.

 

Ich war aufgrund einer psychischen- wie physischen Krankheit (wenn schon, denn schon… ) Monatelang krank geschrieben und entdeckte in dieser Zeit eine neu gewonnene Liebe zu Büchern. Mittlerweile bin ich doch eine ziemliche Leseratte geworden.

Leider verfiel ich dabei einer Medikamentsucht, die ich mit Alkohol versuchte zu bekämpfen. Das ganze gipfelte in einer mittleren Katastrophe und mir tut es rückblickend sehr leid was andere teilweise mit mir durchmachen mussten. Ich will diese Thematik aber nicht weiter intensivieren.

Dennoch krempelte ich mein Leben recht bestimmend komplett um. Ich nahm mir meine charakterlichen Schwächen zu Herzen und arbeitete Intensiv an einigen Eigenschaften. Teils mit psychologischer Hilfe, die ich bis zum heutigen Tag in Anspruch nehme. Man kann sich natürlich nicht von heute auf morgen ändern, aber man kann es in Angriff nehmen ohne sich selbst zu betrügen. Es hatte gleichzeitig durchaus seine positiven Züge. Vormals stark introvertiert und Motivations- verachtend unternahm ich im letzten Jahr weitaus mehr, als in den vorherigen 4 Jahren kombiniert. Besuchte entfernte Bekannte und lernte viele neue Menschen kennen.

Ich nahm alles mit, was ich vormals - aus welchen Gründen auch immer - nicht tat oder ausgelassen habe. Ob Theateraufführungen, entfernte Konzerte wie diverseste Veranstaltungen, Ausflüge, Ausstellungen und einfach viele kleine Gegebenheiten, die ich früher nicht geschafft oder auch ausgelassen habe. Selbst begann ich wieder mit meinem ehemaligen Instrument und lernte direkt 2 neue kennen. Musik, egal ob ich sie höre oder selbst versuche jene zu fabrizieren, gibt mir einfach eine gewisse innere Ruhe.

 

Bei Grobgeschätzten 70% dieser Dinge war ich zwar allein Unterwegs, aber das machte mir nicht allzu viel aus. Wirklich mitbekommen hat das keiner, Ich erzähle auch nicht allzu viel was ich so in meiner freien Zeit anstellte. Einige wunderten sich aber schon, dass ich fast nie erreichbar bzw. durchgehend außer Haus war. Aber ich stelle mich ungern, auch nur annähernd, in den Mittelpunkt. Wäre ich „interessanter“, wenn ich öfter mal das Maul aufmachen würde? Vielleicht. Aber ich kann mich fast keinem Menschen öffnen, außer jenen, zu welchen ich vollstes Vertrauen habe… und das sind wirklich wenige. „Kumpels“ habe ich viele, aber „Freunde“ sehr wenige.

 

Ich bin irgendwo der Auffassung, dass es einfach eine gewisse Ebene gibt, die erkennt wie man ungefähr tickt und abschätzt was man auf dem Kasten hat. Nennt sich wohl umgangsprachig „Interesse an einer Person“. Jene, die nur auf dein äußeres schauen, sind es oft nicht wert. Der erste Eindruck mag vielleicht bestimmend zählen, aber wenn du weiteres erfährst, weißt du jemanden besonderen gefunden zu haben. Nicht immer der Fall, aber meine persönliche Erfahrung hat mich bisher nicht verraten.

 

 

Hm. Ein neues „Hobby“ will ich es nicht nennen, aber seit einiger Zeit restauriere ich Instrumente. Es fing an mit einer alten Snare-Trommel, die ich inmitten von Sperrmüll fand, als ich meinen alten Schrank entsorgte. Der Zustand war wirklich nicht mehr gut und ich ließ jene erst einmal da. Als mich der Gedanke aber zunehmend piesackte, machte ich mich mitten in der Nacht auf, kletterte über den Zaun und griff sie mir einfach. Gegen 3-4 Uhr morgens wohlgemerkt.

 

Es bereitet mir irgendwo einfach Freude, einem alten Instrument wieder neues Leben einzuhauchen. Das Holz zu entkeimen, neue Felle aufzuziehen, Schrauben wie Metall zu erneuern, lackieren und es später wieder zu verkaufen. Nein, nicht des Geldes wegen (da bleibe ich eh im Minus), aber ich habe damit dem Instrument wieder „neues Leben“ eingehaucht und irgendwo gibt mir dieser Umstand einfach ein zufriedenes Lächeln.

 

Ein weiterer Negativpunkt: Ein weiterer Freund zog knapp 800km entfernt weg und langsam aber sicher verstärkt sich mein Wunsch, die Koffer zu packen und selbst meine Heimatstadt zu verlassen. Ich wollte eigentlich bereits wegziehen, die finanziellen Mittel sind vorhanden und ich könnte jederzeit irgendwo hinziehen, aber ich war aufgrund meiner „2ten Jugend“ mit anderen Sachen beschäftigt. Ich hatte einfach so viele Dinge nachzuholen und dies ging einfach vor.

 

Das Jahr im gesamt hätte natürlich besser laufen können, aber ich will mich nicht weiter beschweren. Es war ein kompletter Neuanfang und ich habe wirklich etwas geleistet. Ohne diese Erfahrung, wäre ich weiter als grauer Schatten durch die verregneten Strassen gestolpert.

3.1.09 23:26
 


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