niederschrift. spiegelbild. spuren im sand. chronik. fenster öffnen.
Eine Dose Motivation bitte…

… und noch eine Tube Ideenreichtum, sowie eine Schachtel Wachsamkeit und ein ganzer Kasten des Vergessens. Das wäre alles, danke.

Ich werde heute nichts geschissen bekommen, dass weiß ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit. Daraus resultiert irgendwo ein Sammelsurium von mangelhaften Vorgehens- und Wahrnehmungsweisen. Ich hätte zwar genug zu tun, aber dies schiebe ich einfach mal, vorsichtig aber bestimmend, vor mich hin. Ich fühle mich platt getreten und bespuckt.

Mich plagt zudem das Bewusstsein, dass ich von dem Menschen wohl verachtete werde, der mir noch immer irgendwo am meisten bedeutet. Man fühlt sich einfach unglaublich stark hingezogen, würde aber, mit jedem weiteren Annäherungsversuch, dass ganze nur noch verschlimmern. Ein russisches Roulette mit vollem Magazin und ich bin am Abzug.

Wenn ich Unterwegs bin, suche ich sie mit den Augen in den Menschenmassen und hoffe gleichzeitig ihr nicht unvorbereitet zu begegnen. Ich habe Angst vor einem kurzen eiskalten Blickfang der schnell mit entnervten wegschauen wechselt.

Alles woran ich gearbeitet habe, beruflich wie privat (insbesondere letztgenanntes), verblasst wie in einem trüben Tümpel. Ich habe weder Lust wegzugehen, an meiner Musik zu schreiben, ein Buch fertig zu lesen, oder mich anderweitig zu beschäftigen. Ich bin nicht einmal Depressiv oder niedergeschlagen, sondern einfach nur leer gepumpt.

Ich verlor viele Freunde, insbesondere im letzten Jahr, aber bei diesem hier schmerzt es mich unvergleichbar mehr. Zumal mir erst so spät vieles klar wurde, als ich begann mich zu ändern… und doch kann ich ihr nichts davon mitteilen. Wenn mir doch bloß eine kleine Chance gegeben würde. Nur ein kleines Streichholz für die Kerze, welche man ja auch jederzeit wieder auspusten könnte. Wenigstens dann hätte ich diese gewisse letzte Gewissheit.

Mein versprechen mich in keiner Form zu nähern, halte ich aber ein… und doch wünsche ich mir nichts sehnlicher als das es am Telefon klingelt und sie wäre dran. Selbst bei jeder neuen E-Mail in meinem Posteingang wird mir kurz anders. Es ist einfach ein Bauchgefühl, welches ich nicht kontrollieren kann. Nichts wofür ich mich entschuldigen könnte, so gern ich dies tun würde, da ich einfach nicht imstande bin, jenen Umstand zu ändern.

 

Ich bin so unendlich müde, aber auch gleichzeitig zu wach um die Augen schließen zu können. Warum bloß verspiele ich es mir immerzu mit so vielen Menschen die ich gern habe?

Ich kann mittlerweile einfach kein neues Vertrauen mehr aufbauen. Es ist einfach nicht möglich, ich habe eine komplette Blockade um mich herum errichtet. Selbst bei Personen, mit denen ich seit kurzer Zeit recht gut auskomme. Ich fühle mich immerzu unverstanden, falsch interpretiert.

Es wäre schön jemanden zu kennen, der mich verstehen könnte.


Ich gab vielen halt wenn sie jemanden brauchten. Ich war da, geistig und auch oft physisch, wenn sie nach mir verlangten. Ein Anruf, eine SMS und ich schnürte meine Schuhe. Sobald aber jegliche kurzzeitige Selbstfindung eingetreten ist, konnte ich mir an den Fingern  abzählen, wie lange es dauert in Vergessenheit zu geraten. Nur um Monate später wieder für etwaiges ausgenutzt zu werden. Mir ergeht es wie ein altes Spielzeug, woran man sich kurzzeitig erfreut und es danach wieder in einen Pappkarton auf den Dachboden bringt. Klopfen und kratzen an der Pappe bleiben ungehört.

9.1.09 14:59


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Ich sollte im Bett bleiben...

Meine Stimmungslage in den letzten Tagen merkte man wohl mir an, sowie meine Abstinenz bei diversen Veranstaltungen. Eine nette Einladung zu einem Brettspielabend (hatte schon ewig keinen mehr gemacht), nahm ich aber gern entgegen. Bin denjenigen Personen auch sehr dankbar dafür, denn sie gaben ihr ehrliches bestes mich aufzubauen.

Gestern war ein schlimmer Tag auf der Arbeit. Durch einen dummen Fehler, inklusivem Rechnerabsturz, ging circa 6 Stunden erarbeitetes Material Flöten und trotz Überstunden konnte ich das nicht wieder herstellen. 100 Punkte, wirklich. Das ganze dann Mitarbeiter, wie auch Chef zu erklären, war doch ein schwieriges Unterfangen. Zudem kam ich auch noch eine volle Stunde zu spät zur arbeit, da ich gegen 4-5Uhr morgens im Stuhl einschlief (Schlaftabletten wirken irgendwie nicht bei mir) und erst durch einen Anruf geweckt wurde. Das mein letzter Gehaltcheck auch noch etwas zu wenig war, hätte ich auch noch anprangern müssen… Aber unter diesen Umständen ging das natürlich nicht. Scheisstag.

Ich brauche echt mal wieder einen kleinen Tapetenwechsel. Angepeilter Urlaub ist noch immer über 2 Monate hin, aber immerhin geht es mal wieder außer Landes. Da freue ich mich schon richtig drauf und hoffe, dass ich bis dahin das Geld für meine angepeilte Digital-Kamera zusammenhaben werde. 400€ sind eine stolze  Summe dafür, aber ich habe mich wirklich in diese Bildqualität verliebt. Nahaufnahmen sind so gestochen scharf, dass sich das Auge des Betrachters förmlich daran schneidet, wie die Rasierklinge durch einen Kuh-Augapfel, in einem bekannten Kultfilm. (Na, wer kommt drauf?)

Demnächst sind wieder einige Konzerte, die mein Interesse wecken. Mal schauen was ich mitnehmen kann. Auch hoffe ich mit einer Kurzbekanntschaft noch mal ein wenig reden zu können, da gab es, vor knapp einem Jahr, ein recht unangenehmes Missverständnis. Schub sei dank (und nein, das ist keine Ausrede, sondern - leider - Fakt).

Auch sonst kommen einige Änderungen demnächst. Einige - gerahmte - Bilder,  hätte ich doch gern an der Wand, einige CDs wollen bestellt werden und auch ein paar neue Klamotten sind wieder fällig (Ich HASSE Textilien einkaufen gehen. Ich laufe nahezu überall so rum, wie in privat). Ein Lottogewinn wäre super… nur müsste ich u.a. erstmal anfangen jenes zu spielen.

Ebenso darf ich mich nicht wieder abkapseln bei diversen Bekanntschaften, eine verfluchte Eigenschaft meinerseits. Ich verschließe gerne die Türen und entwaffne das Telefon, wenn es mir nicht gut geht. Dies geschieht aber nicht aus reiner Introvertiertheit, sondern aus Schutz. Ich habe schon zu vielen missfallen, sauer aufgestoßen, weh getan, wenn ich einen inneren Kampf auszufechten habe.

 Mal sehen, was die nächsten Tage bringen.

 

8.1.09 00:25


4.1.09 19:37


Der etwas andere Rückblick...

Oh, ich hasse mich manchmal. Da suche ich nach meinem alten Blog und stöbere bei einem Kater-Bekämpfenden Kaffee ein wenig, um nach einer Design-Idee Ausschau zu halten und finde dabei eine Person, die wohl den größten Einfluss auf meinen Lebenswandel hatte. Wenngleich auch meine eigentlichen Gefühle für Sie bereits lange passe sind, kommt mir kein anderer Mensch öfters in den Sinn. Ich Assoziiere Sie einfach noch mit viel zu vielen Dingen, materiell wie gedanklich.

Ich lies allerdings nichts, sondern betätigte die berühmte Alt+F4 Kombination nachdem ich es erkannte. Trotz noch recht hoch angesiedelten Promille Wert, dachte ich kurz nach und setzte mich hin und schrieb ihr einfach mal. Leider sehr unglücklich, wie ich mir einen Tag später mein gesendetes schreiben noch einmal vor Augen führte. Überdreht Euphorisch, also ob man einen alten Freund wieder fand, mit dem man in guten Dingen auseinander ging und einfach absolut nicht meiner art entsprechend. 100 Punkte, mein lieber.

Ihre Antwort war nicht weiter verwunderlich. Nicht das ich wirklich was anderes erwartet hätte… Aber dennoch, dass war ein absolutes Eigentor welches ich, bei besten Willen, nicht rückgängig machen kann. 

Ich gab mir früher mühe, nicht Gefahr zu laufen auch nur irgendein Detail ihrer jetzigen Existenz in Erfahrung zu bringen. Zu welchem Zweck auch? Es hätte mir höchstwahrscheinlich nur irgendwo wehgetan. Es gibt einen groben, empfindsamen, Unterschied zwischen einer Information die man auf um wegen erhält, oder eben direkt von der betreffenden Person selbst. Beide können schmerzen, aber eine Form schmerzt deutlich mehr…

Sie hält mich wohl vielleicht weiterhin für den nervenden, unaufmerksamen, nichts auf die Reihe kriegenden, farblosen Versager, wo sie lange Zeit froh war, keinerlei Gedanken mehr über ihn verschwenden zu müssen. Oder machen wir es mal kurz und schmerzlos: Ich bin ihr einfach absolut egal und sie hat mich wohlmöglich schon lange, mit federhafter Leichtigkeit, aus ihrem Kopf Eliminiert.

Diese Erkenntnis schmerzt ehrlich gesagt gerade sehr stark und raubt mir seit 23 Stunden das Hungergefühl. Es sollte mir eigentlich egal sein, aber momentan kehren alte Gedankengänge wieder zurück. Wie eine Reflektion, welche man nach einem längeren Zeitraum nicht erwartet hätte und nun die volle Aufmerksamkeit fordert.

Dabei habe ich mich von so ziemlichen allen dingen getrennt, vor längerer Zeit, mit der ich sie assoziieren könnte. Neben einem Stofftier, einzig ein Geschenk, eine Pflanze, verweilt noch immer bei mir und sie wächst unfassbar. Sie gedeiht so gut, dass Ableger bereits in einem lokalen Blumenladen ein weiteres Zuhause fanden, genau wie in einem Restaurant, eingepflanzt hier in der Umgebung und bei diversen Personen (irgendwo erstaunlich dieses gewisse Schauspiel mitzuverfolgen) und ich muss jedes mal lächeln, wenn ich eine von ihnen noch heute sehe…

 

Auf meinem Desktop liegt ein, sich über Sieben Seiten erstreckender, Artikel zu den Vorkommnissen meinerseits aus dem Jahr 2007, den ich aktuell verfasste um mir einfach mal alles von der Seele zu schreiben (Schlafen konnte ich sowieso nicht) und ein letztes mal zu analysieren. Aber ich konnte mich bisher nicht durchringen diesen Beitrag hier auszustellen.

Andererseits habe ich ewig mein Mundwerk verschlossen gehalten und brav, mit eiserner Disziplin, einfach alles in mich hineingefressen. Dieser Zustand ging über Jahre Hand in Hand mit meinem Gewissen und nun droht erstmals jener Handschlag dummerweise zu brechen...

Ich hätte einiges richtig zu stellen, einiges zu Berichten wo von sie nicht den hauch einer Ahnung hatte. Mag in diesem derzeitigem Zeitpunkt, da alles schon weit über ein Jahr zurück liegt und gesagt schien, eh irrelevant sein, aber meine seelischen Narben blieben irgendwo. Auch wenn diese das Fundament eines kompletten Wandels wurden, welchen ich viele Dinge positiver Natur zu verdanken habe, so lodert doch ein gewisser, unbremsbarer, Wille in einem dies noch ein letztes mal aufzufassen.

Stellen tue ich mir nur folgende Frage, was wäre wenn Sie das liest? Ich glaube der, dann aufkommende, gedankliche Stempel, wäre eher ein Zyklus von ausgeprägter negativer Natur. Auf das ich einerseits Schuldgefühle erwecken wolle, gesalzen mit zynischer Korrektur und abgeschmeckt mit einer gehörigen Prise „...das glaube ich dir nicht…“. Schlicht gesagt, einer art modernen Pamphlets. Ich glaube einfach nicht, dass Sie neutral an die Sache gehen könnte, nach all dem vorgefallenem, sowie der zeitlichen Differenz, und so würde das ganze aus ihrer Sicht wohl zu einer art schlechter Farce werden.

Aber dies ist bei weitem nicht der Fall, sondern ein kompletter Bericht, was hinter ihrem Rücken und meiner halben Maskerade geschah. Wie ich sie erlebte, wo und warum ich meine Augen verschloss und ihr teils wehtat.

Ich bin absolut neutral und bis ins Mark ehrlich an das Schreiben gegangen, inklusive Auflistung eigener Fehler. Absolut vorwurfs- wie vorurteilsfrei und absolut nüchtern verfasst. Ich habe keinerlei Gründe zu lügen und hege keinerlei Absicht irgendetwas gerade zu biegen, oder ihr neu zu gefallen. Auch wenn sie es wohl eventuell (was sage ich…, es wird der Fall sein) so auffassen würde, wäre es mir wichtig dass sie wüsste, dass dies nicht meine Absicht ist.

Es ist einfach nur so, dass ich ihr so unglaublich viel verschwiegen habe, um es ihr in vielen Dingen leichter zu machen.

Da Sie nichts, aber auch rein gar nichts davon bemerkte, habe ich wirklich scheinbar gute Arbeit geleistet. Der Preis war, dass ich mit diesem Schiff in See stach, Mastbruch erlitt, gnadenlos Unterging und im Meer der unausgesprochenen Dinge ertrank, ohne jeweils auch nur eine einzige verdammte Komponente davon aufzeigen zu können. Man kann mir die volle Verantwortung zusprechen, dass ich meines eigenen Schicksals Schmied war und ja, durchaus traf ich schwerwiegende, wie schlechte, Entscheidungen.

Während meiner Krankheit, Anfang letzten Jahres, und der damit eingehenden Bettlägerigkeit, hatte ich viel Zeit zum Nachdenken und es war wie ein unvollständiges Puzzle. Viele Teile waren verloren, aber der Rand, wie auch kleine Bruchstücke die man sich vorsorglich zusammensetzt um es im Aufbau leichter zu haben, kamen doch zusammen… und meiner Herren, fing ich spät an diverse Sachen zu begreifen, zu deuten und insbesondere zu interpretieren. Sicher, viel zu spät, aber die Erkenntnisse wichen nicht.

Das letzte was ich hiermit ausdrücken will ist ein Engel <-> Teufel Verfahren. Sie hat jeden Grund, jedes Recht über mich zu Urteilen, genau wie mit mir seit Ewigkeiten abgeschlossen zu haben. Ich ja ebenso. Es ist nur menschlich, normal und völlig Legitim. Ich bin mir absolut im Klaren, dass all dies der Vergangenheit zugehört und man diese auch eigentlich ruhen lassen sollte. Was passiert ist, ist passiert. Jeder Protagonist führt nun bereits seit längerer Zeit sein eigenes Leben, verfolgt seine eigenen Interessen, entwickelte sich weiter. Vielleicht war man auch nie wirklich teil des anderen, respektiv betrachtet.


Da ich ihr, über früh oder lang, eh höchstwahrscheinlich über den Weg laufen werde - wenn gleich ich wohl mein bestes tun würde sie zu Ignorieren - habe ich irgendwo den komplett abstrusen Wunsch gehegt, dass ich mit gewissen Sachen einfach noch mal aufräumen könnte.

Nicht um ihr irgendwas einzureden, nicht um irgendwas gerade zu biegen, nicht um etwas Vergangenes neu aufleben zu lassen. Einfach nur mal, nach all der Zeit, mein schweigen in gewissen Dingen zu brechen, was außerhalb einer Beziehung einfach irgendwo leichter fällt.

Ich bin mir meiner aktuellen, wie wohl zukünftigen, Position hierbei allerdings uneingeschränkt bewusst und sie wird wohl kaum irgendwann vor meiner Tür stehen, klingeln, wortlos an mir vorbeiziehen, sich setzen und ein zynisches „Also...?“ abgeben. Dies begründe ich mit dem höchstwahrscheinlich mangelnden Interesse ihrerseits in dieser Thematik.

Hat sie noch immer ihre Dämonen? Ich weiß es nicht und es geht mich ja auch einfach nichts mehr an. Ich bin nur gedanklich, nach dieser angenehmen mittleren Ruhephase, wieder komplett fokussiert und mit keiner Ablenkung kann ich dagegenwirken, was wohl auch meine Niedergeschlagenheit irgendwo begründet. Man ist irgendwo hilflos…

Es sind wohl alles alte Kamellen, zu lang her, als das diese noch Emotionen, seien sie eingehüllt in grünen oder roten Gewändern, hervorrufen können. Wobei, letztere wohl eher… Aber dies hätte ich wohl riskiert. Allein das mir keine halbe Stunde zustand, aber ihr Jahre meiner inneren Zerrissenheit.

Sie soll bloß nicht denken, dass mir ihr Leid, ihre schmerzen entgingen. Gerade deshalb fasste ich vorhaben auf, die mir alles, von antrieb über verstand, bis hin zur letzten Kraft, alles raubten und jene eben die flüssige Essenz dieses Beitrages und meines erfassten Artikels sind.

 

 


.. und nun bin ich in Gedanken ob ich hier noch den kompletten Hintergrund dieses Eintrages hinzufüge, oder es direkt in den Papierkorb wandert und ich irgendwo wieder den Deckmantel des Schweigens anziehe. Aber melden werde ich mich selbst nie wieder bei ihr. Meine Versprechen halte ich ein. Höre ich noch einmal von ihr? Ich weiß es nicht. Ich werde nichts erzwingen… Nicht einmal durch diese Schrift.

3.1.09 23:28


Ein kleiner Rückblick...

Das Jahr 2008 ist nun seit 3 Tagen vorbei und es ist irgendwo eine zwiespältige Angelegenheit gewesen. Ein Jahr persönlicher Enttäuschungen wie recht amtlichen Erfolgen.

 

Ich war aufgrund einer psychischen- wie physischen Krankheit (wenn schon, denn schon… ) Monatelang krank geschrieben und entdeckte in dieser Zeit eine neu gewonnene Liebe zu Büchern. Mittlerweile bin ich doch eine ziemliche Leseratte geworden.

Leider verfiel ich dabei einer Medikamentsucht, die ich mit Alkohol versuchte zu bekämpfen. Das ganze gipfelte in einer mittleren Katastrophe und mir tut es rückblickend sehr leid was andere teilweise mit mir durchmachen mussten. Ich will diese Thematik aber nicht weiter intensivieren.

Dennoch krempelte ich mein Leben recht bestimmend komplett um. Ich nahm mir meine charakterlichen Schwächen zu Herzen und arbeitete Intensiv an einigen Eigenschaften. Teils mit psychologischer Hilfe, die ich bis zum heutigen Tag in Anspruch nehme. Man kann sich natürlich nicht von heute auf morgen ändern, aber man kann es in Angriff nehmen ohne sich selbst zu betrügen. Es hatte gleichzeitig durchaus seine positiven Züge. Vormals stark introvertiert und Motivations- verachtend unternahm ich im letzten Jahr weitaus mehr, als in den vorherigen 4 Jahren kombiniert. Besuchte entfernte Bekannte und lernte viele neue Menschen kennen.

Ich nahm alles mit, was ich vormals - aus welchen Gründen auch immer - nicht tat oder ausgelassen habe. Ob Theateraufführungen, entfernte Konzerte wie diverseste Veranstaltungen, Ausflüge, Ausstellungen und einfach viele kleine Gegebenheiten, die ich früher nicht geschafft oder auch ausgelassen habe. Selbst begann ich wieder mit meinem ehemaligen Instrument und lernte direkt 2 neue kennen. Musik, egal ob ich sie höre oder selbst versuche jene zu fabrizieren, gibt mir einfach eine gewisse innere Ruhe.

 

Bei Grobgeschätzten 70% dieser Dinge war ich zwar allein Unterwegs, aber das machte mir nicht allzu viel aus. Wirklich mitbekommen hat das keiner, Ich erzähle auch nicht allzu viel was ich so in meiner freien Zeit anstellte. Einige wunderten sich aber schon, dass ich fast nie erreichbar bzw. durchgehend außer Haus war. Aber ich stelle mich ungern, auch nur annähernd, in den Mittelpunkt. Wäre ich „interessanter“, wenn ich öfter mal das Maul aufmachen würde? Vielleicht. Aber ich kann mich fast keinem Menschen öffnen, außer jenen, zu welchen ich vollstes Vertrauen habe… und das sind wirklich wenige. „Kumpels“ habe ich viele, aber „Freunde“ sehr wenige.

 

Ich bin irgendwo der Auffassung, dass es einfach eine gewisse Ebene gibt, die erkennt wie man ungefähr tickt und abschätzt was man auf dem Kasten hat. Nennt sich wohl umgangsprachig „Interesse an einer Person“. Jene, die nur auf dein äußeres schauen, sind es oft nicht wert. Der erste Eindruck mag vielleicht bestimmend zählen, aber wenn du weiteres erfährst, weißt du jemanden besonderen gefunden zu haben. Nicht immer der Fall, aber meine persönliche Erfahrung hat mich bisher nicht verraten.

 

 

Hm. Ein neues „Hobby“ will ich es nicht nennen, aber seit einiger Zeit restauriere ich Instrumente. Es fing an mit einer alten Snare-Trommel, die ich inmitten von Sperrmüll fand, als ich meinen alten Schrank entsorgte. Der Zustand war wirklich nicht mehr gut und ich ließ jene erst einmal da. Als mich der Gedanke aber zunehmend piesackte, machte ich mich mitten in der Nacht auf, kletterte über den Zaun und griff sie mir einfach. Gegen 3-4 Uhr morgens wohlgemerkt.

 

Es bereitet mir irgendwo einfach Freude, einem alten Instrument wieder neues Leben einzuhauchen. Das Holz zu entkeimen, neue Felle aufzuziehen, Schrauben wie Metall zu erneuern, lackieren und es später wieder zu verkaufen. Nein, nicht des Geldes wegen (da bleibe ich eh im Minus), aber ich habe damit dem Instrument wieder „neues Leben“ eingehaucht und irgendwo gibt mir dieser Umstand einfach ein zufriedenes Lächeln.

 

Ein weiterer Negativpunkt: Ein weiterer Freund zog knapp 800km entfernt weg und langsam aber sicher verstärkt sich mein Wunsch, die Koffer zu packen und selbst meine Heimatstadt zu verlassen. Ich wollte eigentlich bereits wegziehen, die finanziellen Mittel sind vorhanden und ich könnte jederzeit irgendwo hinziehen, aber ich war aufgrund meiner „2ten Jugend“ mit anderen Sachen beschäftigt. Ich hatte einfach so viele Dinge nachzuholen und dies ging einfach vor.

 

Das Jahr im gesamt hätte natürlich besser laufen können, aber ich will mich nicht weiter beschweren. Es war ein kompletter Neuanfang und ich habe wirklich etwas geleistet. Ohne diese Erfahrung, wäre ich weiter als grauer Schatten durch die verregneten Strassen gestolpert.

3.1.09 23:26


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